Obstbäume und Obstwiesen gehören seit dem Mittelalter zu den prägenden Elementen unserer Kulturlandschaft.  August Friedrich Adrian Diel aus Limburg an der Lahn bezeichnete um 1800 Franken als „die Wiege der deutschen Obstkultur“.

Die größte Sortenvielfalt mit Tausenden verschiedener Apfel- und Birnensorten war in Deutschland bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden.

Um die Dörfer und Städte herum befanden sich ausgedehnte Obstbaumgürtel. Entlang von Straßen, auf Äckern und auf Ödland wurde der bei entsprechender Pflege wirtschaftlich einträgliche Obstbau intensiv gepflegt, ganz nach dem Motto: Hast du einen Raum, dann pflanze einen Baum! Schon damals konnten nur wenige Spezialisten diese immense Zahl von Sorten übersehen. Die Zahl der bewährten und bei den Landleuten beliebten und geschätzten Sorten war jedoch weitaus geringer.

Lokaler Obstanbau

In Spielberg und Gnotzheim hat der Obstanbau eine lange Tradition. Hier hat der bis 1877 in Gnotzheim lebende Frühmeß – Benefiziat Leonhard Koch die lokale Obstkultur sehr stark gefördert. Unter seiner Leitung bestand in Gnotzheim eine private Obst-Lehranstalt die der Kirchenmann über die Wintermonate im Benefiziatenhaus betrieb.

Durch seine Schriften ist einiges zu den früher in der Umgebeung angebauten, alten Obstsorten bekannt. Einige Artikel von Leonhard Koch beschäftigen sich mit kritischen Kommentaren zu verschiedenen Obstausstellungen. Diese stellen heute eine wichtige Grundlage für Sortenrecherchen dar.

Aus jetziger Sicht eher amüsant sind drei seiner belehrenden Obstlieder, die in der Zeitung „Panorama“ erschienen.