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Hauptsorte Apfel

2 - Brauner Matapfel

Brauner Matapfel

Die uralte Sorte ist vor 1539 entstanden. Sie stammt vermutlich aus der Wetterau und war früher in Westdeutschland weit verbreitet, so vor allem im Rhein-Maingebiet. Bereits 1833/34 wurde der Braune Matapfel von der Triesdorfer Baumschule angeboten, war jedoch noch um 1860 in Mittelfranken selten.

Drei alte Exemplare bei Heidenheim-Mariabrunn sind die derzeit letzten bekannten Bäume in ganz Franken.

Frucht

mittelgroß, oben stark abgestumpft, breite Rippen ziehen von der Stielgrube zum Kelch, tiefe Kelchgrube zwischen breiten Falten.

Fleisch

sehr fest, druckunempfindlich, saftig, Geschmack fein säuerlich, wenig gewürzt und süß.

Reife

späte Ernte ab Mitte Oktober, bis Mai haltbar, in der Reife stark duftend.

Verwendung

wertvoller Wirtschaftsapfel, sehr guter Mostapfel, vollreif auch als Tafelapfel brauchbar.

Baum

wird sehr groß.

Herkunft

Andresranken bei Mariabrunn (Heidenheim).
3 - Charlamowsky

Charlamowsky

Weitere Bezeichnungen: Augustapfel, Ernteapfel, Borovitsky.

Entstanden ist die Sorte vermutlich im südlichen Russland. Die Erstbeschreibung durch Diel erfolgte 1823. Neben dem Weißen und Roten Astrachan war der regelmäßig und reich tragen­de Charlamowsky einer der beliebtesten Frühäpfel. Die Sorte ist heute in Deutschland weitge­hend verschwunden und fast nur noch in Sorten­sammlungen vorhanden. Mindestens bis 1910 wurde die Apfelsorte von einer Ellinger Baumschule verkauft. Aktuell kommt die Sorte noch in Sammenheim und am Nagelberg bei Treucht­lingen vor.

Gestalt

mittelgroß, regelmäßig kugelförmig.

Fleisch

weiß, saftig, säuerlich, wenig aromatisch.

Reife

Mitte bis Ende August, ca. 4 Wochen haltbar.

Verwendung

Tafel- und Wirtschaftsapfel.

Baum

anfangs stärker wachsend, dann aber klein bleibend; gute Frosthärte.

Herkunft

Nagelberg bei Treuchtlingen.

4 - Damasonrenette

Damasonrenette

Weitere Bezeichnungen: Lederapfel (Mittelfranken), Graue Renette.

Die alte französische Sorte wurde bereits 1628 als „Reinette de Mascon“ beschrieben. Vor 1800 wurde sie in Deutschland eingeführt. Als oft empfohlene Standardsorte wurde sie bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts sehr stark verbreitet. Bereits um 1930 begann ihr Nieder­gang und sie verschwand aus den Baumschulkatalogen. Heute findet man noch häufiger Alt­bäume der schon lange nicht mehr gepflanzten Sorte, so z. B. bei Markt Berolzheim, Ellingen, Kattenhochstatt, Weimersheim und Heunischhof.

Gestalt

mittelgroß, flachkugelig, gleichmäßig.

Fleisch

hellgrünlichgelb, mäßig saftig, knackig-fest, süßsäuerlich, etwas gewürzt.

Reife

Ernte Ende Oktober, genussreif von Mitte November bis April.

Verwendung

Tafel- und Wirtschaftsapfel, gut zu Obstwein.

Baum

stark wachsend, auch für raue Lagen; Ertrag regelmäßig, Früchte windfest.

Herkunft

Emetzheim

5 - Fraas` Sommerkalvill

Fraas` Sommerkalvill

Die Sorte wurde 1850 in Balingen auf der Schwäbischen Alb entdeckt. Wegen ihrer guten Eigenschaften verbreitete sie sich schnell. 1910 wurde sie von einer Ellinger Baum­schule, 1926 von der „Kreisbaum­schule“ Triesdorf angeboten. Seit einigen Generationen ist die Sorte aus den Baumschul­katalogen verschwunden, obwohl sie sich für Streuobstpflan­zungen sehr gut eignet. Auch in Baden-Württemberg sind heute kaum mehr Bäume zu finden.

Gestalt

mittelgroß bis groß, hochgebaut mit starken Rippen.

Fleisch

weiß, locker und süß weinsäuerlich.

Reife

Anfang September, haltbar bis Ende Oktober.

Verwendung

Tafelapfel, auch zum Backen.

Baum

robuste Sorte, stark wachsend, Ertrag regelmäßig und hoch.

Herkunft

Straßenbaum bei Gundelsheim (Altmühl).

6 - Stina Lohmann

Stina Lohmann

Früherer Name: Französische Goldrenette (fälschlich)

Stina Lohmann ist eine in Norddeutschland weit verbreitete, sehr geschätzte Wintersorte. In Süddeutschland war sie früher sehr selten zu finden. Durch ihre Ähnlichkeit mit dem Korbiniansapfel wurde sie seit Jahrzehnten infolge Reiserverwechslung fälschlich als Korbiniansapfel gepflanzt.

Frucht

mittelgroß, flachrund, breit kantig; Schale gelb, sonnenwärts streifig gerötet; Früchte windfest, spät zu ernten und kaum welkend.

Fleisch

gelblichweiß, fest, saftig, edel-süßweinig.

Reife

Oktober, genussreif von Januar bis

Verwendung

Winterapfel für Tafel und Wirtschaft.

Baum

starkwüchsig, bildet große breite Kronen; optimal in feuchtem, schwerem Boden; wird spät trägbar, dann aber regelmäßig und reichlich; späte Blüte.

Herkunft

Treuchtlingen.

7 - Jakob Fischer

Jakob Fischer

Weitere Bezeichnungen: Schöner vom Oberland, Roter vom Oberland.

Die heute weit verbreitete Sorte wurde um 1903 vom Landwirt gleichen Namens bei Biberach in Oberschwaben als Zufallssämling gefunden. Als wohlschmeckende, früh reifende Sorte ist sie heute in Süddeutschland eine der häufigsten Apfelsorten, die auch noch gerne und oft gepflanzt wird.

Frucht

groß bis sehr groß, flachrund mit hellgelber Schale, meist mit leuchtend roter Deckfarbe; Schale glatt, glänzend, am Lager fettend

Fleisch

sehr saftig, weinsäuerlich, aromatisch und sehr wohlschmeckend

Reife

Ende August bis Anfang September, bei abnehmender Güte bis Ende

Verwendung

sehr guter Tafelapfel, auf für die Küche

Baum

starkwachsend, bildet schöne gerade Stämme mit typischerweise stark hängenden Ästen und großen Blättern.

Herkunft

Unbekannt

8 - Geflammter Cousinot

Geflammter Cousinot

Weitere Bezeichnungen: Sommerrowiener (um Forchheim), Hohenheimer Schmelzling.

Der Ursprung des sehr schönen Apfels ist ungewiss. Erstmals beschrieben wurde er 1804 vom Pomologen Diel. Gemessen an den heutigen Restvorkommen war die Sorte früher im Landkreis weit verbreitet. Altbäume sind noch bekannt von Gundelsheim a. d. Altmühl, Fischerhaus bei Trommetsheim, Pfarrgarten Gnotzheim und Ottmarsfeld.

Gestalt

mittelgroß, flachkugelig, auffällig flache Stielgrube.

Fleisch

weiß, locker, saftig, süßweinig, mit angenehmem Rosengeschmack.

Reife

September.

Verwendung

Tafelapfel, auch für die Küche.

Baum

zunächst stark, später mittelstark wachsend.

Herkunft

Fischerhaus bei Trommetsheim.

9 - Geflammter Kardinal

Geflammter Kardinal

Weitere Bezeichnungen: Pleißner Rambur, Geflammter Weißer Kardinal, Bachapfel.

Sehr alte deutsche Apfelsorte, deren Ursprung aufgrund des ursprünglichen Namens „Pleißner Rambur“ vielleicht in Sachsen liegt. Im Jahr 1801 erstmals beschrieben, war sie früher im Landkreis weit verbreitet und wegen ihrer guten Eigenschaften sehr beliebt. So findet man heute noch regelmäßig Altbäume dieser Sorte in Obstwiesen und –gärten.

Gestalt

groß bis sehr groß, in der Form variabel: von kugelförmig abgeflacht über kegelförmig bis fassförmig, meist mit breiten Kanten, oft angenähert dreikantig; großes, offenes Kernhaus.

Fleisch

weiß, saftig, säuerlich-süß, ohne Gewürz.

Reife

Mitte September bis Anfang Oktober, haltbar bis Dezember.

Verwendung

großfrüchtiger Wirtschaftsapfel, auch Tafelapfel.

Baum

widerstandsfähige robuste Sorte, Wuchs anfangs kräftig, später in die Breite gehend, früh blühend, Ertrag regelmäßig.

Herkunft

unbekannt

10 - Grüner Stettiner

Grüner Stettiner

Weitere Bezeichnungen: Rowiener (mehrdeutig), Grüner Rowiener, Grüner Winterstettiner, Grüner Bietigheimer, Bamberger (Ansbach 1860).

Die alte deutsche Frucht wurde 1797 vom Pomologen Christ beschrieben. Sie war schon damals weit verbreitet, was auf ein hohes Alter der Sorte schließen lässt. Wegen seiner langen Haltbarkeit war der Grüne Stettiner sehr beliebt. Er wurde häufig mit dem sehr ähnlichen „Kugelapfel“ verwechselt. Im Landkreis stehen noch etliche Alt¬bäume, so im Pfarrgarten Gnotzheim, bei Holzingen, Büttelbronn, Roxfeld, Wachstein, Weimersheim und Markt Berolzheim.

Gestalt

mittelgroß bis groß; regelmäßig flachrund.

Fleisch

grünlichgelb, fest, vollsaftig, säuerlich erfrischend, wenig Zucker.

Reife

Ernte Anfang Oktober, genussreif ab Dezember, sehr lange haltbar bis April.

Verwendung

lange haltbarer Wirtschaftsapfel für den Winter, auch zum Mosten.

Baum

Wuchs stark, Krone breit ausladend, für Obstwiesen geeignet.

Herkunft

Holzingen.

11 - Kleiner Neutzerling

Kleiner Neutzerling

Weitere Bezeichnungen: Knäcker, Knäckerle, Hirschknäckerle (Fränkische Schweiz).

Die uralte Sorte ist vermutlich vor 1600 in Franken entstanden. Eine erste Erwähnung findet sich in Wolfgang Jakob Dümlers 1651 in Nürnberg erschienenem „Obstgarten“. Um 1862 war der Knäcker in Mittelfranken allgemein verbreitet und sehr gerühmt wegen der „großen Bäume von großer Frucht¬barkeit“. Heute sind nur noch wenige alte Baumriesen im Forchheimer Land vorhanden. Seit etlichen Jahren wird die immer noch beliebte Sorte von Baumschulen wieder angeboten.

Gestalt

klein, stumpfkegelförmig.

Fleisch

gelblich-weiß, fest, mäßig saftig, sehr süß und etwas aromatisch.

Reife

September - November.

Verwendung

zum Frischverzehr, im Haushalt zum Backen und Dörren.

Baum

groß und alt werdend, trägt jedes Jahr, auch für raues Klima.

Herkunft

Baumschule Schmitt, Poxdorf.

12 - Fürst Blücher

Fürst Blücher

Früherer Name: Kleiner Langstiel (fälschlich)

Die Sorte entstand 1888 in Vellahn (Mecklenburg) 1888 als Züchtung von Fritz Köhnike aus Samen der ebenfalls aus Mecklenburg stammenden Tafelsorte „Gelber Richard“. Sie ist überregional verbreitet, doch heute selten bis sehr selten, selbst in ihrer mecklenburgischen Heimat. Auch der Herkunftsbaum in Sammenheim existiert nicht mehr.

Frucht

Frucht mittelgroß, kugelig bis etwas breit gebaut

Fleisch

sehr wohlschmeckend, aber nur kurz haltbar, überreif gummiartig weich werdend.

Reife

Anfang Oktober, November bis Januar genussreif.

Verwendung

schmackhafter Tafelapfel, auch Wirtschaftsapfel.

Baum

mittelstark bis stark wachsend, wenige Kenntnisse vorhanden.

Herkunft

Sammenheim.

14 - Lütticher Ananaskalvill

Lütticher Ananaskalvill

Die Herkunft der Frucht ist ungewiss, doch deutet der Name auf eine belgische Abstammung hin. Kurz beschrieben wurde die Sorte erst 1833 vom Pomologen Diel. Der robuste, sehr  ge-schätzte Apfel wurde lange Zeit von der Triesdorfer Baumschule verkauft. Aus dem Landkreis ist nur ein Altbaum bei Falbenthal (Wettelsheim) bekannt, knapp außerhalb auch bei Geils¬heim und Ornbau.

Gestalt

groß, kegelförmig, mit deutlichen, kalvill-typischen Rippen.

Fleisch

weiß, fein, saftreich, von angenehm gewürztem, weinartigem Geschmack.

Reife

Ende Oktober, genussreif ab Anfang Dezember bis weit ins neue Jahr.

Verwendung

Wirtschaftsfrucht, auch für die Tafel.

Baum

rasches Wachstum, früh tragbar, gegen Krankheiten robust.

Herkunft

Falbenthal.

15 - Rote Sternrenette

Rote Sternrenette

Der Ursprung der Sorte liegt am Niederrhein, wo sie 1830 erstmals beschrieben wurde. Vor 1910 in Mittelfranken noch fast unbekannt, wurde sie ab den 1920er Jahren als eine der Standardsorten häufig angebaut. Wegen der schönen Färbung ist sie einer der beliebtesten „Weihnachtsäpfel“. Die Sorte ist noch bis heute in einschlägigen Baumschulen vorhanden. Altbäume findet man selten, Jungbäume jedoch fast regelmäßig in Neupflanzungen. Ein Altbaum, der leider um seine Leitäste beraubt wurde, steht im nahe gelegenen Pfarrgarten Gnotzheim.

Gestalt

mittelgroß, plattrund bis plattkugelig, gleichmäßig.

Fleisch

gelblichweiß, meist rot geadert, mäßig saftig und etwas würzig, überreif mehlig.

Reife

Anfang Oktober, bis Januar haltbar.

Verwendung

Tafel- und Wirtschaftsapfel mittlerer Güte und regelmäßiger Tragbarkeit.

Baum

mittelgroß bis groß; anfangs schwach-, später starkwüchsig, Krone flachkugelig und ausladend, im Alter überhängend; robuste, anspruchslose Sorte, dadurch für Streu-obst sehr geeignet.

Herkunft

Obstwiese südlich Emetzheim.

16 - Wettringer Taubenapfel

Wettringer Taubenapfel

Die fränkische Lokalsorte stammt aus Wettringen bei Schnelldorf im westlichen Landkreis Ansbach. Der um 1900 entstandene, wohlschmeckende Zufallssämling wurde von Baumwart Koch seit den 1920er Jahren bekannt gemacht. Später wurde er vor allem durch die Schopflo¬cher und Triesdorfer Baumschulen stark vermehrt und weit über den Rahmen einer Lokalsorte hinaus verbreitet. Manche Pomologen wollen in ihm die ältere amerikanische Sorte „Tauben¬apfel von St Louis“ sehen. Aufgrund seiner guten Frucht- und robusten Baumeigenschaften zählt er heute zu den gerne gepflanzten Apfelsorten bei Streuobstpflanzungen.

Gestalt

klein bis mittelgroß, kugelig bis hoch gebaut und kegelförmig.

Fleisch

weiß, saftig und süßsäuerlich.

Reife

Anfang Oktober, haltbar bis Dezember.

Verwendung

sehr guter Tafelapfel, auch für den Haushalt.

Baum

sehr stark wachsend, Krone hochpyramidal; Holz sehr frosthart.

Herkunft

Unbekannt

17 - Kleiner Herrenapfel

Kleiner Herrenapfel

Weitere Bezeichnungen: Drüfken, Herrenapfel.

Uralte Sorte, die in Sachsen entstanden ist. Vor 150 Jahren war der wohlschmeckende Kleine Herrenapfel eine der beliebtesten und häufigsten Äpfel in Franken. Benefiziat Koch schreibt: „Dauerte hier im Jahre 1850 bis Lichtmeß, i. l. 2. Febr. Ist in Spielberg und Heidenheim zu haben, u. im J. 1859 auch von mir im Schulgarten dahier vermehrt worden“. Der einzige bekannte Altbaum im Landkreis steht in Zimmern. Ein weiterer, vor ca. 50 Jahren umveredelter Baum ist aus Weimersheim bekannt.

Gestalt

klein bis mittelgroß, flachrund, regelmäßig geformt. „Drüfken“ bezieht sich auf die büschelweise hängenden Früchte; Apfelzwillinge sind häufiger.

Fleisch

säurearm und süß, reif bald mehlig.

Reife

Mitte September, haltbar bis Oktober.

Verwendung

Tafelapfel.

Baum

Wuchs schwach, Krone kugelig.

Herkunft

Zimmern.

18 - Gascoynes Scharlachroter Sämling

Gascoynes Scharlachroter Sämling

Weitere Bezeichnungen: Gascoigne’s Sämling, Gascoignes Scarlet Seedling.

Die englische Sorte stammt aus der Grafschaft Kent. Sie war im Jahr 1871 erstmals im Handel und wurde vor 1899 nach Deutschland eingeführt. Sie ist ein Beispiel für die frühere Sortenzüchtung durch gezielte Auslese von Zufallssämlingen. Der hervorragende Tafelapfel ist auch optisch sehr ansprechend. Er ist jedoch wegen einiger schlechter Eigenschaften nicht häufig und nur für Hausgärten zu empfehlen.

Gestalt

mittelgroß bis groß; flachkugelig, oft schief, kelch- und stielseitig abgeplattet, Fruchtseiten kantig.

Fleisch

fast weiß, unter der Schale auch rötlich, fest, saftig, säuerlichsüß, mit sortentypischem, feinem, erdbeerartigem Aroma.

Reife

Anfang Oktober, genussreif November bis Januar.

Verwendung

hervorragender Tafelapfel.

Baum

Wuchs erst stark, dann mittelstark; bildet eine breitkugelförmige Krone. frühzeitig tragbar, braucht guten Boden; neigt zur Fruchtfäule.

Herkunft

Fischerhaus bei Trommetsheim.

19 - Purpurroter Cousinot

Purpurroter Cousinot

Weitere Bezeichnungen: Purpurroter Cousinot (Magdeburg).

Die heute noch verbreitete Sorte ist nicht identisch mit dem um 1800 von Diel beschriebenen Purpurroten Cousinot. Sie wurde seit den 1920er Jahren, ausgehend vom Reisermuttergarten Magdeburg, über ganz Deutschland unter dem alten Dielschen Namen verbreitet. Mittlerweile ist aber auch diese Sorte sehr selten geworden und deshalb gefährdet.

Gestalt

fassförmig mit relativ langem Stiel, Schale intensiv dunkelrot mit zahlreichen markanten Schalenpunkten.

Fleisch

oft unter der Schale und an den Gefäßbündeln gerötet

Reife

Ende November, bis ins Frühjahr haltbar.

Verwendung

Tafel- und Wirtschaftsapfel

Baum

robust, schwachwüchsig, neigt zu Alternanz.

Herkunft

LLA Triesdorf?

20 - Edelborsdorfer

Edelborsdorfer

Weitere Bezeichnungen: Edler Winterborsdorfer, Marschanzker.

Der aus Sachsen stammende Edelborsdorfer wurde bereits 1561 von Valerius Cordus be-schrieben. Als „Stolz der Deutschen“ gepriesen, war er um 1800 eine der am stärksten ver-breiteten Sorten. Sein guter Geschmack wurde oft gelobt, so z. B. um 1800 vom Pomologen Diel: „Wer einmal einen 4 bis 6 jährigen Cyder von bloßem Borstorfer getrunken hat, wird wünschen, daß man doch die schlechten Rhein- und Mosel-, noch weit mehr aber die schlechten Frankenweine […] dagegen vertauschen könnte“. Als „Perstorfer“ wird die Sorte bereits 1804 für Weimersheim genannt. Heute ist der Edelborsdorfer fast ausgestorben.

Gestalt

klein bis mittelgroß, plattrund oder abgestutzt kugelförmig.

Fleisch

weiß, sehr fein, mit eigentümlichem, weinigem Zuckergeschmack, fein gewürzt.wenig aromatisch.

Reife

November, hält sich in abnehmender Qualität bis Februar.

Verwendung

sehr wohlschmeckender Tafelapfel, auch als Wirtschaftsapfel sehr gut geeignet; kleine Früchte schmecken besser und feiner gewürzt.

Baum

langsamer Wuchs, kommt spät in den Ertrag, wird sehr groß und alt; trägt meist nur alle zwei Jahre; der Baum hat hohe Standortansprüche.

Herkunft

Weimersheim.

21 - Kugelapfel

Kugelapfel

Weitere Bezeichnungen: Winterrowiener (Ottmarsfeld), Grüner Stettiner (irrtümlich).

Der Kugelapfel wurde erst 1855 beschrieben, obwohl er unzweifelhaft viel älter ist. Er war damals in Württemberg und in Bayern häufig und wurde vermutlich vorwiegend von herum-ziehen¬den Baumhändlern verbreitet. Er ist leicht mit dem früher sehr beliebten Grünen Stetti¬ner zu verwechseln, was vielleicht seine einstige Häufigkeit erklärt. Die Sorte galt bis vor wenigen Jahren als verschollen, doch gibt es im Landkreis noch eine Reihe von Altbäu-men, so z. B. in Kattenhochstatt, Markt Berolzheim, Ottmarsfeld, Osterdorf, Weimersheim sowie im Pfarrgarten Gnotzheim

Gestalt

mittelgroß bis groß, kugelförmig.

Fleisch

weiß bis grünlichweiß, sehr saftreich, fest, süßweinsauer, ohne Gewürz. saftig, knackig-fest, süßsäuerlich, etwas gewürzt.

Reife

Ende Oktober, haltbar bis weit ins Frühjahr.

Verwendung

Wirtschaftsobst, besonders zur Mostbereitung.

Baum

wächst ungemein lebhaft, bildet starke Hochstämme und ist sehr fruchtbar.

Herkunft

Kattenhochstatt oder Ottmarsfeld.

22 - Gestreifter Cousinot

Gestreifter Cousinot

Weitere Bezeichnungen: Grummetapfel (Holzingen)

Der Gestreifte Cousinot wurde 1804 anhand von Früchten aus Bendorf bei Koblenz erstmals beschrieben. Über seine weitere Herkunft und Entstehung war schon damals nichts bekannt, die Frucht soll angeblich aus Holland stammen. Der Gruppenname „Cousinot“ geht auf das französische „cuisine“ für Küche und damit auf die Art der Verwendung zurück. Im  Landkreis sind noch Altbäume in Holzingen, auf der Heidenburg bei Trommetsheim und bei Markt Berolzheim zu finden.

Gestalt

klein bis mittelgroß, flachkugelig mit kurzem Stiel.

Fleisch

weiß bis weißgelb, fein, ziemlich saftreich, teilweise rötlich, mit weinsäuerlichem Rosengeschmack.

Reife

Anfang bis Mitte September, sechs Wochen haltbar.

Verwendung

Tafelapfel, auch als Wirtschaftsapfel.

Baum

anfangs sehr stark wachsend, wird dann aber nur mittelgroß, breitkronig, frühe Fruchtbarkeit.

Herkunft

Holzingen.

23 - Winterveilchenapfel

Winterveilchenapfel

Weitere Bezeichnungen: Zäpfer (Mittelfranken), Violetter Apfel, Knäcker (mehrdeutig), Kohlapfel, Schwarzapfel.

Der Zäpfer, so die übliche, sehr alte mittelfränkische Bezeichnung, wurde bereits 1662 vom Altdorfer Professor Moritz Hoffmann erwähnt. Trotz seiner weiten Verbreitung im 19. Jahr-hundert „in verschiedenen Gegenden Süd- und Mitteldeutschlands“ und der großen Häufig-keit in Mittelfranken ist heute nur noch ein Altbaum in Gonnersdorf bei Cadolzburg bekannt. Als traditionsreiche und auch wohlschmeckende Frucht wird die Sorte jedoch seit vielen Jahren wieder vermehrt.

Gestalt

klein bis mittelgroß, veränderlich geformt, oft hoch gebaut und kegelför¬mig aussehend, ungleich gewölbt.

Fleisch

grünlichweiß, fest, mäßig saftig, kräftig süßsäuerlich, sehr aromatisch.

Reife

November, genussreif Dezember bis Februar.
VERWENDUNG    Wirtschafts- und Mostapfel, auch als Tafelapfel brauchbar.

Baum

klein bis mittelgroß, mit lichter Krone, sehr fruchtbar und anspruchslos an das Klima.

Herkunft

Gonnersdorf bei Cadolzburg.

24 - Grüner Stettiner

Grüner Stettiner

Weitere Bezeichnungen: Rowiener (mehrdeutig), Grüner Rowiener, Grüner Winterstettiner, Grüner Bietigheimer, Bamberger (Ansbach 1860).

Die alte deutsche Frucht wurde 1797 vom Pomologen Christ beschrieben. Sie war schon damals weit verbreitet, was auf ein hohes Alter der Sorte schließen lässt. Wegen seiner langen Haltbarkeit war der Grüne Stettiner sehr beliebt. Er wurde häufig mit dem sehr ähnlichen „Kugelapfel“ verwechselt. Im Landkreis stehen noch etliche Alt¬bäume, so im Pfarrgarten Gnotzheim, bei Holzingen, Büttelbronn, Roxfeld, Wachstein, Weimersheim und Markt Berolzheim.

Gestalt

mittelgroß bis groß; regelmäßig flachrund.

Fleisch

grünlichgelb, fest, vollsaftig, säuerlich erfrischend, wenig Zucker.

Reife

Ernte Anfang Oktober, genussreif ab Dezember, sehr lange haltbar bis April.

Verwendung

lange haltbarer Wirtschaftsapfel für den Winter, auch zum Mosten.

Baum

Wuchs stark, Krone breit ausladend, für Obstwiesen geeignet.

Herkunft

Holzingen.

25 - Roter Herbstkalvill

Roter Herbstkalvill

Weitere Bezeichnungen: Edelkönig, Blutapfel (Wachenhofen), Zigeuner (Holzingen), Erdbeerapfel, Brestlesapfel (Hundsdorf), Schlotterapfel (Wachenhofen), Himbeerapfel.

Die alte französische Sorte stammt aus der Auvergne und wurde bereits 1670 beschrieben. Schon um 1800 war sie in Deutschland weit verbreitet und unter zahlreichen Doppelnamen bekannt. Erstmals abgebildet wurde sie in der Würzburger „Pomona Franconica“ des fürst-bischöflichen Hofgärtners Mayer. Im Landkreis sind noch etliche Altbäume der wohlschme-ckenden Sorte bekannt, so in Weißenburg, Wachenhofen, Hunds¬dorf, Holzingen, Naßwiesen und Muhr am See.

Gestalt

mittelgroß, kugelig-konisch, unregelmäßig, stark gerippt.

Fleisch

weiß, von roten Adern durchzogen, teils rot marmoriert, saftig, weich, weinsäuerlich, himbeerartig gewürzt.

Reife

September, reif zu ernten, in abnehmender Qualität bis November haltbar.

Verwendung

früh reifender Tafelapfel, auch zum Dörren vorzüglich.

Baum

stark wachsend, mit breitpyramidaler Krone.

Herkunft

Holzingen.

26 - Weißer Astrachan

Weißer Astrachan

Weitere Bezeichnungen: Jakobiapfel, Eisapfel, Russischer Eisapfel, Kornapfel, Astrachani-scher Sommerapfel.

Vor Einführung des Weißen Klarapfels war der Weiße Astrachan als „Jakobiapfel“ die domi¬nierende und weit verbreitete Frühapfelsorte in Deutschland. Der Gnotzheimer Benefiziat Leonhard Koch empfahl 1854 diese russische Sorte ausdrücklich als sehr winterhart und doch fruchtbar. Im Landkreis ist der rotbackige Apfel als „Jakobiapfel“ noch bekannt. Obwohl die Sorte bis mindestens 1910 von einer Ellinger Baumschule angeboten wurde, konnten bisher jedoch keine Altbäume aufgefunden werden. Der Lokalname „Jakobiapfel“ wird heute meist für den Weißen Klarapfel verwendet, was für zusätzliche Verwirrung sorgt.

Gestalt

klein bis mittelgroß, rundlich bis flach kugelförmig, lange Kelchzipfel.

Fleisch

weiß, fein, saftig, weinsäuerlich, oft durch austretenden Zellsaft glasig, starker Geruch.

Reife

Ende Juli („Jakobi“ ist der 25. Juli) bis Mitte August.

Verwendung

früher, saftiger Tafelapfel, deutlich besser als der Weiße Klarapfel.

Baum

stark wachsend mit breit ausladender Krone, Bäume früh fruchtbar, dabei alt werdend und sehr winterhart. Ansprüche gering.

Herkunft

unbekannt

27 - Roter Astrachan

Roter Astrachan

Weitere Bezeichnungen: Roter Jakobiapfel, Roter Augustapfel.

Die Sorte ist russischer Herkunft, wo sie besonders im Wolgagebiet sehr verbreitet war und große wirtschaftliche Bedeutung hatte. Zwischen 1830 und 1850 kam die Sorte nach Deutsch¬land. Hier war sie neben dem Weißen Astrachan lange Zeit eine der wichtigsten Frühapfel¬sor¬ten. Der Rote Astrachan wird ebenso wie der Weiße Astrachan schon seit langer Zeit durch andere Frühapfelsorten verdrängt. So dominiert heute der ebenfalls aus Russland stammende Weiße Klarapfel oder Kornapfel, der teilweise den alten Namen Jakobiapfel übernommen hat.

Gestalt

kugelförmig bis etwas abgeflacht, ebenmäßig.

Fleisch

gelblichweiß, unter der Schale oft rötlich und mit roten Adern; ziemlich saftig, süß, etwas säuerlich und angenehm gewürzt.

Reife

Anfang bis Mitte August, sukzessive reifend, zwei Wochen haltbar.

Verwendung

Früher Tafelapfel.

Baum

anfangs mittelstark wachsend, später nachlassend, frühe Blüte.

Herkunft

Sortensammlung Landwirtschaftliche Lehranstalten Triesdorf.

28 - Gewürzkalvill

Gewürzkalvill

Weitere Bezeichnungen: Calville aromatique.

Die Sorte war bereits um 1800 in Deutschland und in Frankreich verbreitet. Das etwas düstere, trübe Aussehen der Frucht steht im Gegensatz zur ihren hohen Güte als Tafelapfel. In Deutschland ist derzeit nur ein Altbaum im Landkreis Donau-Ries bei Monheim bekannt.

Gestalt

mittelgroß, kugel- bis kegelförmig, unregelmäßig und oft ungleichhälftig, Kelch mit markanten Wülsten, die sich als Rippen über die Frucht ziehen.

Fleisch

weißlich, locker, balsamisch gewürzt, weinsäuerlich, vorherrschend süß.

Reife

Anfang Oktober, haltbar bis Dezember.

Verwendung

Tafelapfel für den Herbst, auch Wirtschaftsapfel.

Baum

zuerst stark wachsend, erreicht aber nur mittlere Größe; Zweige bei Alt-bäumen oft hängend; braucht trockenen Boden und sonnigen Standort, wird frühzeitig fruchtbar.

Herkunft

Ried bei Monheim.

29 - Kleiner Herrenapfel

Kleiner Herrenapfel

Weitere Bezeichnungen: Drüfken, Herrenapfel.

Uralte Sorte, die in Sachsen entstanden ist. Vor 150 Jahren war der wohlschmeckende Kleine Herrenapfel eine der beliebtesten und häufigsten Äpfel in Franken. Benefiziat Koch schreibt: „Dauerte hier im Jahre 1850 bis Lichtmeß, i. l. 2. Febr. Ist in Spielberg und Heidenheim zu haben, u. im J. 1859 auch von mir im Schulgarten dahier vermehrt worden“. Der einzige bekannte Altbaum im Landkreis steht in Zimmern. Ein weiterer, vor ca. 50 Jahren umveredelter Baum ist aus Weimersheim bekannt.

Gestalt

klein bis mittelgroß, flachrund, regelmäßig geformt. „Drüfken“ bezieht sich auf die büschelweise hängenden Früchte; Apfelzwillinge sind häufiger.

Fleisch

säurearm und süß, reif bald mehlig.

Reife

Mitte September, haltbar bis Oktober.

Verwendung

Tafelapfel.

Baum

Wuchs schwach, Krone kugelig.

Herkunft

Zimmern.

30 - Roter Herbstkalvid

Roter Herbstkalvid

Weitere Bezeichnungen: Edelkönig, Blutapfel (Wachenhofen), Zigeuner (Holzingen), Erdbeerapfel, Brestlesapfel (Hundsdorf), Schlotterapfel (Wachenhofen),

Die alte französische Sorte stammt aus der Auvergne und wurde bereits 1670 beschrieben. Schon um 1800 war sie in Deutschland weit verbreitet und unter zahlreichen Doppelnamen bekannt. Erstmals abgebildet wurde sie in der Würzburger „Pomona Franconica“ des fürst-bischöflichen Hofgärtners Mayer. Im Landkreis sind noch etliche Altbäume der wohlschme-ckenden Sorte bekannt, so in Weißenburg, Wachenhofen, Hundsdorf, Holzingen, Naßwiesen und Muhr am See.

Gestalt

mittelgroß, kugelig-konisch, unregelmäßig, stark gerippt.hen, kalvill-typischen Rippen.

Fleisch

weiß, von roten Adern durchzogen, teils rot marmoriert, saftig, weich, weinsäuerlich, himbeerartig gewürzt.

Reife

September, reif zu ernten, in abnehmender Qualität bis November haltbar.

Verwendung

früh reifender Tafelapfel, auch zum Dörren vorzüglich.

Baum

stark wachsend, mit breitpyramidaler Krone.

Herkunft

Holzingen.

32 - Winterveilchenapfel

Winterveilchenapfel

Weitere Bezeichnungen: Zäpfer (Mittelfranken), Violetter Apfel, Knäcker (mehrdeutig), Kohlapfel, Schwarzapfel.

Der Zäpfer, so die übliche, sehr alte mittelfränkische Bezeichnung, wurde bereits 1662 vom Altdorfer Professor Moritz Hoffmann erwähnt. Trotz seiner weiten Verbreitung im 19. Jahr-hundert „in verschiedenen Gegenden Süd- und Mitteldeutschlands“ und der großen Häufig-keit in Mittelfranken ist heute nur noch ein Altbaum in Gonnersdorf bei Cadolzburg bekannt. Als traditionsreiche und auch wohlschmeckende Frucht wird die Sorte jedoch seit vielen Jahren wieder vermehrt.

Gestalt

klein bis mittelgroß, veränderlich geformt, oft hoch gebaut und kegelför¬mig aussehend, ungleich gewölbt.

Fleisch

grünlichweiß, fest, mäßig saftig, kräftig süßsäuerlich, sehr aromatisch.

Reife

November, genussreif Dezember bis Februar.
VERWENDUNG    Wirtschafts- und Mostapfel, auch als Tafelapfel brauchbar.

Baum

klein bis mittelgroß, mit lichter Krone, sehr fruchtbar und anspruchslos an das Klima.

Herkunft

Gonnersdorf bei Cadolzburg.

33 - Grüner Fürstenapfel

Grüner Fürstenapfel

Weitere Bezeichnungen: keine / Sortennamen.

Die sehr alte Sorte war bis etwa 2010 verschollen. Mehrfach wurden andere Sorten fälschlich so bezeichnet. Durch Vergleich mit hessischen Früchten, die noch als Fürstenapfel bekannt waren, konnte die Sorte identifiziert werden.

Frucht

mittelgroß bis groß, gleichmäßig kugelförmig mit typisch aufsitzendem Kelchbüschel

Fleisch

weiß, sehr fest, saftig, angenehm säuerlich

Reife

pflückreif im Oktober, genussreif von März bis in den Sommer

Verwendung

lange haltbarer und wohlschmeckender Tafelapfel

Baum

starker Wuchs mit kugelförmiger Krone; anspruchslos, auch für trockene, sandige Böden und für kalte, raue Obstlagen

Herkunft

Weimersheim.

34 - Winterveilchenapfel

Winterveilchenapfel

Weitere Bezeichnungen: Zäpfer (Mittelfranken), Violetter Apfel, Knäcker (mehrdeutig), Kohlapfel, Schwarzapfel.

Der Zäpfer, so die übliche, sehr alte mittelfränkische Bezeichnung, wurde bereits 1662 vom Altdorfer Professor Moritz Hoffmann erwähnt. Trotz seiner weiten Verbreitung im 19. Jahr-hundert „in verschiedenen Gegenden Süd- und Mitteldeutschlands“ und der großen Häufig-keit in Mittelfranken ist heute nur noch ein Altbaum in Gonnersdorf bei Cadolzburg bekannt. Als traditionsreiche und auch wohlschmeckende Frucht wird die Sorte jedoch seit vielen Jahren wieder vermehrt.

Gestalt

klein bis mittelgroß, veränderlich geformt, oft hoch gebaut und kegelför¬mig aussehend, ungleich gewölbt.

Fleisch

grünlichweiß, fest, mäßig saftig, kräftig süßsäuerlich, sehr aromatisch.

Reife

November, genussreif Dezember bis Februar.
VERWENDUNG    Wirtschafts- und Mostapfel, auch als Tafelapfel brauchbar.

Baum

klein bis mittelgroß, mit lichter Krone, sehr fruchtbar und anspruchslos an das Klima.

Herkunft

Gonnersdorf bei Cadolzburg.

35 - Spitzer Prinzenapfel

Spitzer Prinzenapfel

Die Sorte stammt aus dem ehemaligen Pfarrgarten Westheim an der Straße nach Roßmeiers- dorf. Dort wurde der Urbaum noch im Jahr 2000 mit Früchten angetroffen, doch um 2008 war der vergreiste Altbaum beseitigt worden. Lange vorher wurden jedoch zufällig Edelreiser dieses Baumes von Fritz Renner (Merkendorf) geschnitten und die Sorte in die Obstsamm- lung der Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf aufgenommen. Von dort wurden schließlich Edelreiser an die Obstarche Spielberg gegeben.

Wegen mangelnder Früchte konnte bisher keine Bestimmung durchgeführt werden. FRUCHT    mittelgroß, zum Kelch zugespitzt; Schale vollreif mit gelbbrauner
Grundfarbe, mehr als zur Hälfte von roter marmorierter Deckfarbe
überdeckt, in der viele kurze blutrote Streifen verlaufen.

Fleisch

unbekannt.

Reife

September.

Verwendung

Tafelapfel?

Baum

unbekannt.

Herkunft

Westheim (Lkr. Weißenburg-Gunzenhausen), gesichert bei LLA Triesdorf.

36 - Pojnik-Apfel

Pojnik-Apfel

Weitere Bezeichnungen: Pojnik.

Die Sorte stammt aus dem rumänischen Banat, dort als gut bekannte Nationalsorte; wurde bereits 1860 für Deutschland zum Anbau empfohlen; seither verschollen, erst 2009 im Taubertal bei Würzburg wieder aufgefunden und identifiziert; in Deutschland vermutlich zerstreut verbreitet, bisher bekannt vom Taubertal (hier häufiger), vom Niederrhein, aus Südhessen sowie Schwaben, Mittel- und Oberfranken.

Gestalt

kugeliger bis plattrunder Apfel; Früchte haltbar; Schale glatt und glänzend, bis zur Reife grün, in der Reife schön matt zitronengelb gefärbt, selten rötlich überhaucht.

Fleisch

sehr saftig und wohlschmeckend mit „vorzüglich gewürztem weinigem Zuckergeschmack“; ähnlich der Landsberger Renette, aber süßer.

Reife

Anfang Oktober, essbar von November bis Februar.

Verwendung

sehr guter Tafel-, auch Wirtschaftsapfel.

Baum

starkwüchsig, etwas empfindlich, verlangt einen geschützten Standort; neigt mitunter zu Alternanz; gut geeignet für den extensiven Streuobstbau, wird spät tragfähig, dann aber regelmäßig.

Herkunft

Haardt bei Weißenburg.

37 - Bamberger Blauapfel

Bamberger Blauapfel

Weitere Bezeichnungen: Bläwer, Bleberling, Bamberger Blauapfel, Straßenapfel.

Der Blauapfel war noch im 19. Jahrhundert sehr verbreitet und wegen des starken Wachs-tums  bei Baumhändlern beliebt. Straßenapfel nannte man ihn, weil er häufig an der Straße Augsburg – Nürnberg angepflanzt wurde. Bläwer oder Bleberling hieß er aufgrund seiner blau bedufteten Früchte. Wegen der minderwertigen Früchte schrie¬ben Pomologen vom „berüchtigten Blauapfel“, der „überall ausgerottet werden sollte.“ Trotz¬dem wurde er noch bis 1936 bei einer Ellinger Baum¬schule verkauft. Früher durch Baumhändler in ganz Deutschland, Belgien und Frankreich verbreitet, verschwand die Sorte durch Umveredelungen und Verbot des Hausierhandels mit Obstbäu¬men fast völlig.

Gestalt

groß bis sehr groß, kugelförmig.

Fleisch

erst saftig, später trocken und pelzig werdend, kaum süß.

Reife

Oktober bis November.

Verwendung

Mostapfel minderer Qualität, wird gerne stippig, fault leicht.

Baum

stark wachsend, regelmäßig tragend.

Herkunft

Fischerhaus bei Trommetsheim: Letzter bekannter Baum, gepflanzt 1871

38 - Winterveilchenapfel

Winterveilchenapfel

Weitere Bezeichnungen: Zäpfer (Mittelfranken), Violetter Apfel, Knäcker (mehrdeutig), Kohlapfel, Schwarzapfel.

Der Zäpfer, so die übliche, sehr alte mittelfränkische Bezeichnung, wurde bereits 1662 vom Altdorfer Professor Moritz Hoffmann erwähnt. Trotz seiner weiten Verbreitung im 19. Jahr-hundert „in verschiedenen Gegenden Süd- und Mitteldeutschlands“ und der großen Häufig-keit in Mittelfranken ist heute nur noch ein Altbaum in Gonnersdorf bei Cadolzburg bekannt. Als traditionsreiche und auch wohlschmeckende Frucht wird die Sorte jedoch seit vielen Jahren wieder vermehrt.

Gestalt

klein bis mittelgroß, veränderlich geformt, oft hoch gebaut und kegelför¬mig aussehend, ungleich gewölbt.

Fleisch

grünlichweiß, fest, mäßig saftig, kräftig süßsäuerlich, sehr aromatisch.

Reife

November, genussreif Dezember bis Februar.
VERWENDUNG    Wirtschafts- und Mostapfel, auch als Tafelapfel brauchbar.

Baum

klein bis mittelgroß, mit lichter Krone, sehr fruchtbar und anspruchslos an das Klima.

Herkunft

Gonnersdorf bei Cadolzburg.

39 - Coulons Renette

Coulons Renette

Weitere Bezeichnungen: Culons Renette, Reinette Coulon.

Coulons Renette gehört zur Gruppe der Grauen Renetten, die Dutzende von oft ähnlichen Sorten umfasst. Sie stammt aus Belgien, wo sie um 1850 vom Lütticher Baumschulenbesitzer Coulon aus Samen gezogen wurde. 1856 trug der Sämling erstmals Früchte. Die Frucht ähnelt sehr dem Schönen aus Boskoop, ist aber flacher und meist weniger stark berostet. Früher in ganz Deutschland verbreitet, ist die Sorte heute nur noch gelegentlich anzutreffen.

Gestalt

mittelgroß bis groß, typischerweise flachrund, kleinere Früchte neigen zur Kugelform; mit breiten, aber wenig auffallenden Kanten, Hälften oft ungleich; Stiel meist kurz und nicht aus der Frucht ragend; Schale glatt, gelblichgrün, später gelb, oft verwaschen trübrot mit deutlichen Streifen; Frucht oft düster gefärbt, häufig mit m. o. w. starken Rostanflügen, besonders vom Kelch ausgehend.

Fleisch

gelblich-weiß, feinzellig, mürbe und saftig, mit süßweinartigem, gewürztem Geschmack.

Reife

Anfang bis Mitte Oktober, Mitte November bis Februar genussreif.

Verwendung

wertvoller Tafelapfel, auch Wirtschaftsapfel; äußerlich jedoch wenig attraktiv.

Baum

starkwüchsig, bildet kugelförmige, später schirmförmige Kronen; Äste sparrig, oft miteinander gekreuzt; kommt früh in Ertrag.

Herkunft

Weißenburg.

40 - Rheinische Schafsnase

Rheinische Schafsnase

Früherer Name: Glänzende Schafsnase (Ellingen).
Weitere Bezeichnungen: Schafsnase (allgemeine Bezeichnung, die für zahlreiche Sorten verwendet wird).

Um Frankfurt und am Untermain ist sie eine der häufigsten Sorten, dort wird sie meist nur Schafsnase genannt; durch die Beschreibung im Standardwerk „Deutschlands Obstsorten“ wurde sie seit etwa 1920 in ganz Deutschland verbreitet.

Frucht

mittelgroß bis groß, kegelförmig mit Tendenz zu glockenförmig (Name); am Rand der Kelchgrube meist typisch grün bleibend; Kelchgrube mit feinen Falten; bronzefarbener, feiner Rost in der Stielgrube; glattschalig; kleine Kerne

Fleisch

gering aromatisch

Reife

Ende September, bis Januar haltbar

Verwendung

Wirtschaftsapfel; traditionell als Mus oder Kompott

Baum

insgesamt robust, aber etwas krebsanfällig; geeignet für den extensiven Streuobstbau; ertragreich auf nährkräftigen Böden; nur bis mittlere Lagen

Herkunft

Ellingen

41 - Laibstädter Sommerkellerapfel

Laibstädter Sommerkellerapfel

Über diese Sorte ist wenig bekannt, weil sie aufgrund des schattigen Standorts selten trägt. Der starke Altbaum mit einem markant gedrehten Stammm steht an der Zufahrt zum Sommerkeller nördlich von Laibstadt (Stadt Heideck, Landkreis Roth-Hiltpoltstein).

Gestalt

Unbekannt.

Fleisch

Unbekannt.

Reife

Unbekannt.

Verwendung

Unbekannt.

Baum

Unbekannt.

Herkunft

Laibstadt.

42 - Purpurroter Cousinot

Purpurroter Cousinot

Weitere Bezeichnungen: Purpurroter Cousinot (Magdeburg).

Die heute noch verbreitete Sorte ist nicht identisch mit dem um 1800 von Diel beschriebenen Purpurroten Cousinot. Sie wurde seit den 1920er Jahren, ausgehend vom Reisermuttergarten Magdeburg, über ganz Deutschland unter dem alten Dielschen Namen verbreitet. Mittlerweile ist aber auch diese Sorte sehr selten geworden und deshalb gefährdet.

Gestalt

fassförmig mit relativ langem Stiel, Schale intensiv dunkelrot mit zahlreichen markanten Schalenpunkten.

Fleisch

oft unter der Schale und an den Gefäßbündeln gerötet

Reife

Ende November, bis ins Frühjahr haltbar.

Verwendung

Tafel- und Wirtschaftsapfel

Baum

robust, schwachwüchsig, neigt zu Alternanz.

Herkunft

LLA Triesdorf?

43 - Reichtragender vom Zenngrund

Reichtragender vom Zenngrund

Weitere Bezeichnungen: Zenngründer, Schafsnase.

Die Lokalsorte wurde um 1900 vom späteren Triesdorfer Lehrer Georg Ries aufgefunden, vermutlich in der Umgebung von Trautskirchen. Ab 1920 wurde sie in der Triesdorfer Baumschule vermehrt und vor allem im südwestlichen Mittelfranken verbreitet. Sie wird bis heute wegen ihres milden säurearmen Geschmacks gerne gepflanzt.

Gestalt

kegelförmig, zum Kelch zusammengezogen, unreif mit deutlichem bläulichen Wachsüberzug; Kernhaus sehr stielnah.

Fleisch

weiß, aromatisch, saftig mit wenig Säure, starke Neigung zum Glasigwerden.

Reife

September, vom Baum essbar und bis November haltbar.

Verwendung

Tafelapfel, auch für Küche und Saft.

Baum

sehr robust, mittelstark wachsend.

Herkunft

Unbekannt.

44 - Roter Herbstkalvill

Roter Herbstkalvill

Weitere Bezeichnungen: Edelkönig, Blutapfel (Wachenhofen), Zigeuner (Holzingen), Erdbeerapfel, Brestlesapfel (Hundsdorf), Schlotterapfel (Wachenhofen), Himbeerapfel.

Die alte französische Sorte stammt aus der Auvergne und wurde bereits 1670 beschrieben. Schon um 1800 war sie in Deutschland weit verbreitet und unter zahlreichen Doppelnamen bekannt. Erstmals abgebildet wurde sie in der Würzburger „Pomona Franconica“ des fürst-bischöflichen Hofgärtners Mayer. Im Landkreis sind noch etliche Altbäume der wohlschme-ckenden Sorte bekannt, so in Weißenburg, Wachenhofen, Hunds¬dorf, Holzingen, Naßwiesen und Muhr am See.

Gestalt

mittelgroß, kugelig-konisch, unregelmäßig, stark gerippt.

Fleisch

weiß, von roten Adern durchzogen, teils rot marmoriert, saftig, weich, weinsäuerlich, himbeerartig gewürzt.

Reife

September, reif zu ernten, in abnehmender Qualität bis November haltbar.

Verwendung

früh reifender Tafelapfel, auch zum Dörren vorzüglich.

Baum

stark wachsend, mit breitpyramidaler Krone.

Herkunft

Holzingen.

Der Obstsortengarten ist in drei Abteilungen gegliedert:

Hauptsorten:

In der Abteilung Hauptsorten der Obstarche befinden sich alte, ehedem stark verbreitete Apfel- und Birnensorten, wie z.B. der Edelborsdorfer, die inzwischen nur noch von wenigen Spezialbaumschulen bezogen werden können.

Regionale Sorten:

Bei den Regionalen Sorten sind noch bekannte und regional verbreitete Sorten, wie z. B. der Wettringer Taubenapfel zu finden. Aber auch alte wohl nur lokal verbreitete Sorten, wie der Hürther Apfel sind aufgepflanzt.

Unbekannte Sorten:

Viele Sorten jedoch, die oft noch mehrfach in den Dörfern, auf alten Obstwiesen und an alten Wegrainen zu finden sind, sind bisher ohne Namen geblieben. Diese noch unbekannten Sorten konnten bisher pomologisch keiner Hauptsorte zugeordnet werden. Etliche Sorten führen deshalb lediglich einen Arbeitsnamen. Es ist davon auszugehen, dass es sich bei unbekannten Sorten fast immer um sehr alte, früher meist deutschlandweit verbreitete Hauptsorten handelt.  Deshalb ist zu erwarten, dass sich im Laufe der Zeit bei einigen der hier angepflanzten unbekannten Sorten Änderungen ergeben.

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